Reisewarnungen vom Spezalisten

19 05 2006

Oh Gott, na da haben sich ja die Richtigen wieder gefunden. Ex-Regierungssprecher Heye nimmt den Mund scheinbar etwas zu voll und sagt:

Es gibt kleine und mittlere Städte in Brandenburg und anderswo, wo ich keinem, der eine andere Hautfarbe hat, raten würde, hinzugehen. Er würde sie möglicherweise lebend nicht mehr verlassen.


Bravo. Es regen sich natürlich gleich alle auf - und verurteilen diese Aussage.

Natürlich gibt es genauso auch im Westen Nazis und es ist ungerecht nur von Brandenburg dabei zu sprechen. Ich denke aber, dass Heye das in dieser Form auch gar nicht so gemeint hat (ja, als Politiker, dessen Werkzeug die Wortwahl ist, sollte man sich das schon vorher überlegen) - aber ich sehe das mehr als Rat.
Gäste, die Freunde sind, warnt man. Das ist ganz einfach. Und ist es nicht auch einfach nur ehrlich und seriös eben vor gefährlichen Gebieten zu warnen?

Sehr kontrovers - die Formulierung mag falsch sein, da Heye, bewußt oder unbewußt, die Fremdenfeindlichkeit auf den Osten beschränkt (ob diese dort stärker als woanders vertreten ist, spielt dabei keine Rolle). Das Gegenteil von Heyes Aussage zu nennen ist aber genauso gefährlich, als einfach zu sagen, dass er mit dieser Aussage den Rechtsextremen einen Sieg verliehen hat.

Der Tenor Heyes Aussage erscheint mir allerdings korrekt, und lenkt man nicht von dem eigentlich Problem nur ab, wenn man sich mehr über ein solches Statement aufregt als sich mit dem Rassismus (wo auch immer) zu befassen? Übrigens - es gibt in Deutschland auch Gegendenen und Stadtteile, die man als Deutscher meiden sollte...




Kommentare

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21 05 2006
#1 PG (Antwort)

Hi, es gab auch einige "positive" Kommentare zu der Äußerung. Am besten, man erkundigt sich bei Freunden, wo man nicht hingehen sollte, ohne dass jetzt hier weiter auszutreten. Im Taggesspiegel war auch ein guter Artikel dazu. Doch wo soll es die Stadtteile geben, in die man als Deutscher nicht gehen sollte. In Berlin würde ich sagen, dass es Stadtteile gibt in denen das Risiko eines Überfalls zwecks Handyerbeutung größer ist, dass man aber als Deutscher per se beschimpft wird, ist mir noch nicht vorgekommen. Nun gehe ich nicht mehr so oft weg ;-), aber z.B. im Wedding und Kreuzberg kenne ich bekannte, vielleicht sollte ich die mal direkt danach fragen.

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