Eine Verfassung für Europa

11 05 2005
Ja, morgen soll der Bundestag über den Vertrag für eine Verfassung für Europa abstimmen. Nachdem entschieden wird, ob die Bundesrepublik Deutschland diesen Vertrag ratifiziert, soll am 27. Mai dann eine Abstimmung im Bundesrat folgen. Damit dieser Vetrag dann angenommen wird, ist eine 2/3 Mehrheit notwenig.

Ob ich mich über diesen weiteren Schritt zu einem Europa so freuen soll, kann ich schwer sagen. Es ist eine tolle Sache, dass wir uns von der Vielstaaterei entfernen. Das wird hoffentlich den einen oder anderen auch dazu zwingen, nicht mehr so engmaschig und über seinen patriotischen Tellerand zu schauen. Teamwork sozusagen.
Doch unterbreiten sich auch gewisse Ängste in mir; Verlust von der geschätzten Sicherheit und vor allem - vor dem Unbekannten. Europa ist groß und mir unbekannt. Ich verstehe die meisten seiner Bewohner nicht. Vielleicht sollte man es so sehen, daß die EU nur ein großes Deutschland ist. Auch hier haben wir 16 Länder mit eigenen Befugnissen, die aber von einer Regierung geführt werden. Und auch hier haben wir gegenüber einzelnen Ländern teilweise starke Vorbehalte. Die heutigen Nationalstaaten auf dem Kontinent Europa werden zu Ländern im föderalen System der EU. So schlimm klingt das gar nicht... oder doch?

Allerdings macht mir dennoch der neoliberale, militaristische Ton der Verfassung zu schaffen. Auch andere haben offensichtlich noch begründete Kritik Text des Vertrags. Es ist aber hoffentlich nicht die Frage des "Ob", sondern mehr des "Wie".

Wer sich die Verfassung einmal selbst ansehen möchte, der findet den vollständigen Text, der etwa 480 DIN A4-Seiten umfasst, bei der BPB:
Bundeszentrale für politische Bildung, Verfassung der Europäischen Union

Warum ich Windows mag

11 05 2005 Computers & IT

Es ist nicht so, dass ich es nicht gewollt und versucht hätte. Erst war es OS/2, später die ersten SuSE Linux Versionen. Das war alles noch in den 90er Jahren, wo man Windows nuken konnte und ISDN das Maß aller Dinge war.
Dann kam FreeBSD, OpenBSD, NetBSD. Ja, ich habe allen die Chance gegeben - mehr als einmal. In der Tat bin ich bei FreeBSD 4.x etwas hängen geblieben, aber nie Windows ganz verbannt. Immer wieder lockte mich mein Bootmanager doch vielleicht Windows zu booten - und seit Windows XP gibt es auch keine andere Wahl.

Dieser Herr beschreibt in dem SuSE Forum die harte Realität und spricht mir gleichermaßen aus dem Herzen. Sicher sind Linux oder *BSD längst keine Fricklersystem mehr und wer OpenBSD installiert weiß, dass es für administrative Zwecke entwickelt wurde.

Doch mal ehrlich - ich möchte zu Hause meinen Rechner für alles mögliche benutzen - eben vom OpenGL Bitschubsen über DVD Gucken bis zum Zocken und Internetsurfen.

Mein Windows XP ist mir nicht einmal abgestürzt, lies sich im Handumdrehen komplett encrypten und ist schnell.

Linux ist mir öfter abgeschmiert als Windows 9x - wenn Du NoName Komponenten hast kannst Du sowieso gleich alles vergessen, bei ISDN mit Capi erst recht.

"Neulich habe ich wieder einen ganzen Abend (erfolglos) damit verdaddelt, TV-Out zum Laufen zu bringen, um eine DVD zu gucken. Letztlich bin ich dann irgendwann mit meiner DVD fluchend zur Freundin... das nvidia-modul mit dem nv von X11 mit dem falschen X-Tastaturtreiber und der falschen Vertikalfrequenz blabla...laufendes Bild auf dem TV... blabla... X.org statt Xfree.... googeln... mehr googeln... noch mehr googeln... auf dem Monitor jetzt auch kein Bild mehr... ich wollte doch bloss 'ne DVD..."

Ja, willkommen in der Realität. Auf meine Frage in einem Linux-Forum, warum denn X11 nicht auf meinem Notebook läuft erhielt ich den Rat, mir einfach ein besseres Notebook zu kaufen. Und auf die Frage, was für Spiele es für Linux gibt, sagte man mir, dass man fürs Spielen sich doch gefälligst eine Console kaufen sollte. Ah ja.

Klar, ich liebäugel mit einem Mac. Aber bisher läuft Windows super, erst recht, wo es sich nicht den Platz mehr mit Linux teilen muß...