Mosaic Man

19 12 2005
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Geduld und Glück

14 12 2005

Ich lese heute morgen meinen Frühstücksblog wirres.net und finde den Artikel über die Geduld wirklich gut. Ich schätze mich selbst auch als sehr geduldig ein (früh geübt durch die langen Ladezeiten während meiner Kindheit am C16 mit Datasette? ;-) und entdeckte gewisse Parallelen.

Auch ich kann irre lang warten - ebenso manchmal jahrelang...

es gibt da einen einfachen trick: das worauf man wartet darf man nicht allzu sehnsüchtig erwarten, man darf es nicht zu ernst nehmen, sich nicht einbilden ohne es nicht zu können. bei weihnachten klappt das mittlerweile ganz gut. ich finde es zwar jedesmal furchtbar nett zuhause zu sein, mit menschen die ich sehr gerne mag ein paar tage, ganz entspannt zu verbringen, aber die sehnsucht, die geilheit auf geschenke und die überraschungen die ist mir inzwischen abhanden gekommen. das ergebniss: jedes jahr die frage: „oh, schon wieder weihnachten? war doch erst kürzlich.“

Ähnlich verhält es sich mit dem Glück und der Vorfreude. Ich versuche sie genau so im Zaum zu halten, um sie - wenn es soweit ist - nur umso mehr geniessen zu können, ohne dass ich sie schon vorher durch meine Hoffnungen und Vorstellungen zerstört habe.

Das ist alles nichts Neues, ich weiss. Aber dennoch eine Erkenntnis, die durch Texte wie o.g. wieder in Erinnerung gerufen werden. Vorhin zum Beispiel, als ich meine Tasse abgewaschen habe.

Als kleiner Junge habe ich mich früher derart auf Weihnachten und die Geschenke gefreut, dass ich schon Nächte vor der Bescherung gar nicht richtig einschlafen konnte. Dann war es soweit - die Geschenke - doch irgendwie war es nie so, wie es mal war oder ich es mir vorgestellt hatte - denn auf einmal war der Moment schon vorbei und ich war enttäuscht, dass ich nichts mehr hatte, auf dass ich mich freuen konnte.

Wie sagt Amelie noch gleich:

Wissen sie, das Glück ist wie die Tour de France. Man wartet so lange und dann rast es vorbei. Ist also der Moment gekommen, muss man die Barriere überwinden ohne zu zögern.

Mein laienhafter philosophischer Exkurs ist nun zu Ende - bitte weitergehen - und jeder nur ein Kreuz...


Sexy Boy Franz Ferdinand on Air

13 12 2005
Ich gebe es ja zu - nicht gerade ein origineller Blog-Titel, aber mindestens genauso unoriginell wie Franz Ferdinands Coverversion von Airs "Sexy Boy". Hier gelesen und hier gehört.

Who cares about Kevin?

12 12 2005
Wie fängt man fange ich einen halbwegs gescheiten Blogeintrag an über etwas, was ziemlich hirnrissig - aber doch mitterweile auf fast jeder halbwegs größeren Medienseite zu lesen ist?

Zu spät. Es geht um Kevin - das neue Gesicht auf den Kinderschokolade-Packungen - und dies scheint eine Menge Leute zu stören. Dabei geht es weniger um das Gesicht selbst, sondern vielmehr darum, dass es das Nostalgie-Gefühl des nunmehr 30 Jahre bestehenden Gesichts von Günter Euringer in ihnen vernichtet.

So kam es also, dass eine ganz fabelhafte stumpfsinnige Petition eMail-Adressen-Sammelaktion hier ins Leben gerufen wurde. Und wer sich das einmal genau anschaut, und darüber nachdenkt, wodrüber Menschen sich so alles Gedanken (und Probleme) machen, dann fragt man sich doch, ob wir keine anderen Probleme haben.

Meiner Meinung nach ist all das von Ferrero selbst inszeniert - denn wo kann man schon so billig und effektiv Werbung für ein Produkt erhalten als auf diese Weise?

Wie auch immer - über 50.000 Unterschriften eMail-Adressen sind bisher auf der "Protestseite" eingegangen - was ein wahrer Segen für die Boulevard-Presse wie Bild Online und die Müncher TZ (die der Bild-Zeitung im Übrigen in gar nichts nachsteht) ist. Weder die Bild-Zeitung, noch die TZ interessierte es in erster Linie, dass es sich gar nicht um eine richtige Petition handele, noch dass im Prinzip diese Liste der Adressen ohne Umstände gefälscht werden kann (z.B. durch Hinzufügen ausgedachter Adressen) ...
... auch nicht in zweiter Linie, denn der TZ war dieses unglaubliche Geschehen sogar soviel wert, dass es zum einen einem Seite-1-Artikel daraus journalistisch wertvoll aufbereitete und schließlich einen 3-seitigen Bericht dazu verfasste.

Übrigens - Herr Günter Euringer hat bereits eine Biografie veröffentlicht, welches sein Leben als der Kinderschokoladen-Junge schildert. Das klingt für mich im Vergleich zu der o.g. Thematik geradezu reizvoll - aber dennoch zeimlich uninteressant.

(Quelle: Telepolis - Gnadenloser Leerlauf)