
Die Zeiten, sich mit einem 14.4er Modem irgendwo
einzuwählen und darauf zu hoffen, dass die Telefonrechnung nicht wieder
allzuhoch sein wird - sind vorbei.
Das liegt bei mir nun über 10 Jahre
zurück - und heute ist DSL längst Standard. So gehörte ich nicht ohne
Stolz damals zu den ersten Kunden von
T-DSL und auch heute brennt es
mir unter den Nägeln mit jedem neuen Angebot irgendwie mithalten zu
wollen. Der Ehrgeiz eines Nerds eben.
Was also einst
786kbit/s waren, steigerte sich wenig später auf
2Mbit. Begünstigt durch meinen Wohnort Hamburg, welcheslte ich dann wenig später zu
Hansenet
(Gerüchte besagen, ich sei nur deswegen in die Hansestadt gezogen), wo
mich gleich
6MBit mit der Welt verbanden. Es war alles so schön.
Nun lag es quasi auf der Hand, ebenfalls auf das neue
ADSL2+ umzusteigen, um mit
16MBit das Internet zu erkunden - denn mit
Bandbreite ist es eben wie mit dem Geld - man kann nie genug davon haben.
Ich war bisher auch mit Alice (Hansenet) sehr zufrieden, bis eben zu dem Tag, wo ich wechseln wollte:
"Sie wollen Alice Deluxe mit 16 Mbit? Na das ist doch gar kein Problem. Schalten wir Anfang November frei."
Klasse.
Sogar eine SMS informierte mich stets über den Fortschritt der
Installation. Und dann war der Tag X da. Leicht nervös fuhr ich von der
Arbeit nach Hause, setzte mich gleich an den Rechner, wählte mich ein
und ...
Haaaalt.
Nichts. Kein Internet und kein Telefon. Das wäre ja nun auch etwas zu
viel verlangt. Zum Glück ging mein Handy noch, so dass ich umgehend 1
Stunde mich mit der Hotline-Warteschleife vergnügen durfte, um erst
einmal rauszufinden, was zur Hölle da schief gelaufen ist. Hold the
line. Und ich sage Euch - diese Stunde sollte noch wie ein kurzweiliges
Abenteuer werden zu dem, was ich noch erlebte.
Revue passieren lassend komme ich auf zusammengerechnet 8 Stunden
Alice-Hotline-Zeit. Nun, das ist ein ganzer Arbeitstag, mit dem
Unterschied, dass ich dafür kein Geld bekommen habe - im Gegenteil.
Das mit dem Telefon wurde durch einen sogenannten "Reset" wieder
geradegebogen, ins Internet konnte ich mich dann auch irgendwann
einwählen - nach ein paar "Resets" aus der Alice-Zentrale. Nach
eingehenden Speedtests und Diagnose eines Modem-Tools (DMT - damit kann
man sogar den SNR und Dämpfungsfaktor der Leitung selber messen)
stellte ich (selbst!) fest: ich habe flotte 2MBit.
Wer in Mathe mal aufgepaßt hat, weiß: das sind 14 MBit weniger als angekündigt und 4 MBit weniger als ich vorher hatte. Dafür muss man kein Pythagoras sein.
Achso, ja, ne. Ich habe ja noch das alte Modem. Es wurde vergessen mir
ein ADSL2+ taugliches Modem zu schicken. Ne klar, das passiert. Also
eine Woche später war es da ... und ...
... die Mitarbeiter bei Alice haben dann ... ein "Reset" der Leitung
durchgeführt und mir weiß machen wollen, dass das bald alles wieder geht.
Aber der Dämpfungsfaktor von 20db glaubte ich als etwas zu hoch, was
der Techniker dann später mir auch zugestand.
Nochmal nachgemessen - nochmal ein "Reset" - und
siehe da: ich KANN gar nicht 16MBit erreichen, weil ich 3km von der
Vermittlungsstelle weg bin. Das ist also so, als würde ich versuchen
rückwärts auf der Autobahn zu fahren. Das Gefühl nach dieser Diagnose
war allerdings so, als hätte ich bei 200 km/h gerade in den 1. Gang
zurückgeschaltet.
"Es tut uns leid, sie wurden scheinbar nicht richtig beraten."
Dafür, dass ich gar nicht beraten wurde, ist das eine ganz faire
Aussage. Warum ich allerdings langsamer bin als vorher, weiß niemand.
Und nun resigniere ich und werde mir eine neue Wohnung suchen, welche
möglichst dicht an einer Vermittlungsstelle liegt. Das'n Deal, oder?
Achja, es heißt ja auch "bis zu 16Mbit" ...
