
Zu meinen großen Leidenschaften zählen Filme. Filme jeder Art. Dabei schreite ich mit meinem Geschmack nicht
selten auf einem Pfad der für andere nur schwer nachzuvollziehen ist.
Denn wer kann schon von sich
behaupten, dass Filme wie "
Ein Zombie hing am Glockenseil" oder "
Das Haus an der Friedhofsmauer" mit zu
seinen Lieblingsfilmen zählen?
Diese Aussage für sich betrachtet erweckt jetzt natürlich einen falschen Eindruck, denn auf der einen Seite
faszinieren mich zwar ulkige Zombie-Filme, auf der anderen Seite aber auch Tiefsinnige - keine Frage.
Nachdem ich nun die vielen Vorschußlorbeeren des Streifens "
Babel" gelesen hatte, bemühte ich mich bewußt ohne Vorurteile den Film anzuschauen. Denn nicht selten waren doch diese hoch gepriesenen Filme am Ende dann doch nur eine
große Enttäuschung. Und auch wie in diesem Fall garantieren große Schauspieler wie
Brad Pitt und
Cate
Blanchett nicht unbedingt für ein kurzweiliges Filmvergnügen.
Komme ich also zu dem Film, dessen Titel an sich ja eher unspektakulär erscheint. Aber eines vorweg: alles was zunächst als nichts Großes erscheint, enttarnt sich später als genau das Gegenteil.
Es handelt sich bei "Babel" um einen
Episoden-Film, welcher drei Handlungen - verstreut auf der ganzen Welt - mit viel Ruhe und schönen Bildern
erzählt und erst zum Ende hin den Zuschauer die Gemeinsamkeiten erkennen läßt.
Alle drei Storys haben
nämliche eines Gemeinsam: Kommunikationsprobleme.
- Marokko: Eine Frau (Blanchett) wird in einem Bus von zwei kleinen marokkanischen Kindern angeschossen.
Gefangen in einem Dorf abseits der Zivilisation versucht ihr Mann (Pitt) nun alles, um seine Frau zu retten. An ärztliche Hilfe ist in
dieser Einöde kaum zu denken und so wird entschieden, zusammen mit dem Touristenführer in ein Dorf zu fahren, wo zumindest ein Tierarzt ansässig ist. Brad Pitt spielt sehr gut, man nimmt ihm die
Verzweiflung und Hilflosigkeit absolut ab.
- Amerika: Eine mexikanische Ziehmutter bekommt einen Anruf, dass die Eltern nicht nach Hause kommen können
und sie auf keinen Fall frei nehmen dürfe. Das ist ungünstig, da ausgerechnet an diesem Tag Ihr Sohn in
Mexiko heiraten wird. Kurz entschlossen fährt sie mit den Kindern und ihrem Neffe Santiago dennoch los und
schmuggelt die Kinder nach Mexiko...
- Tokio: Ein Mädchen, gefangen in der medialen Welt der Metropole ist taubstumm und leidet nicht zuletzt an
der Trauer zu ihrer Mutter, welche kürzlich sich das Leben nahm. Ihr Vater hat nur kaum Zeit und so zieht
sie in dieser lauten, doch für sie lautlosen Welt seelisch verletzt los, um woanders Zuneigung zu finden.
Am Ende des Films gibt es diesen
"Aha"-Effekt und zunächst war der Film für mich damit passé. Erst später, heute, bemerke ich, wie ich immer wieder an diesen Film denken muss und erkenne wirklichen Tiefgang. Es ist eben kein schneller Film und mag zunächst auch mit seinen 144 Minuten langatmig erscheinen, doch es steckt mehr dahinter, als man zunächst denkt. Und das macht diesen Film für mich sehr empfehlenswert.